Abstract

Thorsten Sander
Dynamik affektiver Urteile über Nahrungs- und Genußmittel
als Gegenstand der Sensorischen Produktforschung

Abstract

Ein häufiger Grund für Produkt-Flops in der Nahrungs- und Genußmittelindustrie ist die Tatsache, daß Erzeugnisse, die in sensorischen Ad Hoc-Tests positive Akzeptanzurteile erlangt haben und daraufhin in den Markt eingeführt worden sind, nach wiederholtem Verzehr an Attraktivität verlieren und vom Konsumenten nicht wieder gekauft werden. Auf der anderen Seite lässt sich ebenfalls beobachten, daß Produkte, welche die Zielgruppe beim erstmaligen Verzehr nicht überzeugen konnten, nach mehrmaligem Kontakt für den Verbraucher durchaus attraktiv sind.

Die Dissertation "Dynamik affektiver Urteile über Nahrungs- und Genußmittel als Gegenstand der Sensorischen Produktforschung" liefert einen Überblick über relevante Theorien und Modelle zur Erklärung der Veränderung der sensorischen Produktbeurteilung im Zeitablauf. Dargestellt und diskutiert werden in diesem Zusammenhang die wichtigsten physiologischen und psychologischen Prozesse, welche für die Dynamik affektiver Urteile verantwortlich sind. Zur umfassenden Beschreibung und Erklärung der Dynamik affektiver Urteile entwickelt der Autor ein S-O-R-Modell, welches einer empirischen Überprüfung unterzogen wird. In zwei Experimenten  mit unterschiedlichen Produkten aus dem Bereich der Nahrungs- und Genußmittel wird nachgewiesen, daß Produkte, die auf Basis von Ad hoc-Ergebnissen scheinbar ein großes Erfolgspotential aufweisen, nach wiederholtem Verzehr an Attraktivität verlieren und stattdessen andere zunächst abgelehnte Produkte präferiert werden.
 

Gliederung

1. Einleitung
   1.1 Hinführung zum Thema
   1.2 Zielsetzung der Arbeit
   1.3 Abgrenzung des Themas
   1.4 Gang der Untersuchung
2. Begrifflich-systematische Grundlegung
   2.1 Einordnung des Sachproblems in die Praxis
   2.2 Sensorische Produktforschung
   2.3 Bedeutung der Dynamik affektiver Urteile für die Sensorische Produktforschung
3. Entstehung und Entwicklung von Geschmackspräferenzen und -aversionen
   (Makrodynamik affektiver Urteile)
   3.1 Kultur und Cuisine
   3.2 Angeborene Präferenzen und Aversionen
   3.3 Entwicklung von Geschmackspräferenzen in der Kindheit
   3.4 Manifestation von Geschmackspräferenzen im Heranwachsenden- und Erwachsenenalter
   3.5 Entwicklung affektiver Strukturen im Alter
   3.6 Bedeutung der Makrodynamik affektiver Urteile für die Sensorische Produktforschung
       und das Marketing
4. Kurzfristige Veränderungen (Mikrodynamik) affektiver Urteile
   4.1 Überblick über die Determinanten der kurzfristigen Dynamik affektiver Urteile
   4.2 Physiologische und psychophysiologische Faktoren als Determinanten der Dynamik
       affektiver Urteile
   4.3 Psychologische Faktoren als Determinanten der Dynamik affektiver Urteile
   4.4 Ausgewählte empirische Befunde zur Dynamik sensorischer Präferenzen
   4.5 Erarbeitung eines Modells zu den Determinanten der Dynamik affektiver Urteile
5. Empirischer Teil
   5.1 Experiment 1: Exposuretest mit unterschiedlich intensiv aromatisierten Kartoffelchips
       der neuen Geschmacksrichtung ‚Pizza‘
   5.2 Experiment 2: 3-phasiger Konsumententest mit unterschiedlich komplexen Süßwarenriegeln
6. Zusammenfassung der Ergebnisse und Implikationen für die Sensorische Produktforschung
   6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse des theoretischen Teils
   6.2 Zusammenfassung der Ergebnisse des empirischen Teils
   6.3 Kritische Würdigung der Ergebnisse
   6.4 Implikationen für Wissenschaft und Praxis – weiterer Forschungsbedarf
Literaturverzeichnis

Autor

Thorsten Sander ist als freiberuflicher Berater für Marktforschung und Sensorische Analyse tätig und arbeitete als Senior Manager unter anderem am Institut für Sensorikforschung und Innovationsberatung (ISI GmbH) in Göttingen.